Mit großer Vorfreude begann am 19. März der Frankreich-Austausch mit Castres, das im Südwesten Frankreichs liegt. Seit 37 Jahren sind das Lycée Barral und das Evangelische Mörike inzwischen miteinander verbunden. Die Gruppe bestand aus 20 Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 aus Gymnasium, Realschule und Torwiesenschule sowie den begleitenden Lehrkräften Frau Stalder und Frau Lück. Nach einer langen Busfahrt mit guter Stimmung und viel Aufregung wurden wir herzlich von den Gastfamilien aufgenommen. So konnte man sich direkt wohlfühlen und hatte einen entspannten und angenehmen Start in die gemeinsame Zeit.

Der erste Ausflug nach Toulouse stand uns direkt am nächsten Tag bevor. Von der Partnerschule wurden uns großzügige Lunchpakete bereitgestellt. Der erste Programmpunkt in Toulouse bestand aus einer Führung in einer Kunstausstellung von Sophie Zénon, einer Fotografin aus der Gegend. Die Ausstellung befand sich in einem alten Wasserspeicher von Toulouse, dem Château d‘Eau. Die Exponate waren hauptsächlich besondere Pflanzen, die unter ungewöhnlichen Lebensbedingungen fotografiert wurden. Dabei spielte Sophie Zénon mit verschiedenen Abbildungstechniken. Nach einer Mittagspause, in der wir unsere Lunchpakete genießen konnten, ging es weiter mit einer Stadtführung durch die „Ville Rose“. In einer Stunde wurden uns die schönsten und wichtigsten Orte in Toulouse präsentiert. So bekam man einen schönen Einblick in die verschiedenen Facetten der Stadt. Besonders sind dabei die Bauwerke und Häuser, die alle aus Backsteinen errichtet wurden. Mit der abschließenden Busfahrt zurück nach Castres ging es ins gemeinsame Wochenende mit den Austauschpartnern.

Das Wochenende war eine gute Gelegenheit, um seine Gastfamilie und die verschieden Lebensweisen und Gewohnheiten in Frankreich besser kennenzulernen. Ungewohnt waren zuerst die späten Essenzeiten und der spezielle Akzent, den man im Südwesten Frankreichs spricht. Die Austauschpartner haben sich große Mühe gegeben, uns mit spannenden Aktivitäten und schönen Ausflügen eine gute Zeit zu bereiten und uns  Castres und seine Umgebung näher zu bringen.

Am Montag fuhren wir mit dem Bus zur Fromagerie l‘Echappée Bêêêle, einer Bio-Käserei. Uns wurde der Hof ausführlich gezeigt. Dieser bestand aus einem Schafstall, der Käserei und einem Lagerraum, in dem der Käse reifen kann. Besonders war, dass ausschließlich Schafskäse aus frischer Schafsmilch hergestellt wurde. Zum Abschluss durfte jeder noch von dem Käse probieren, bevor wir weiter nach Albi gefahren sind. Unsere Mittagspause verbrachten wir in Albi, in der Nähe der Kathedrale Sainte-Cécile. Die Kathedrale war sehr prächtig und stimmungsvoll, mit schönen Malereien und einer imposanten, reich verzierten Orgel. Zum Abschluss des Tages sind wir noch auf das Weingut Domaine Rotier gefahren. Dieses ist ebenfalls ein Bio-Gut gewesen, bei dem besondere Werte in der Herstellung des Weines im Vordergrund standen. Uns wurde die Herstellung von unterschiedlichen Weinsorten nähergebracht und ausführlich erklärt. Die Gegend Gaillac, in der das sich das Weingut befindet, ist besonders, da dort schon seit ungefähr 2000 Jahren Wein angebaut wird.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir in die berühmte Stadt Carcassonne. Die eindrucksvolle Festung aus dem Mittelalter war sehr lohnenswert. Man konnte sowohl die massiven Burgmauern und Türme bewundern, als auch in kleinen Boutiquen und Läden stöbern. Bei einer Stadtrallye in der Cité konnte man diese gut erkunden und hat gleichzeitig kleine Details bemerkt, die einem sonst vielleicht nicht aufgefallen wären. Zum Schluss gab es noch eine Führung mit Audioguides in der Hauptburg, mit historischen Informationen.

Am Mittwoch durften wir einen Blick in den Unterricht der Partnerschule werfen. Das Lycée Barral ist sehr groß mit vielen Klassenzimmern und langen Gängen. Die Klassenzimmer waren ziemlich groß, wodurch viele Schüler*innen Platz hatten. Die Technik in den Klassenzimmern war allerdings etwas veraltet. In jedem Klassenzimmer stand ein Computer, mit dessen Hilfe man Unterrichtsmaterialien an die Leinwand projizieren konnte. Im Umgang zwischen Schülern und Lehrern spielte Respekt und Verhalten/Manieren eine große Rolle. In einem anschließenden Musikworkshop durften wir deutsche Balladen mit verschiedenen Instrumenten und der Stimme vertonen und vortragen. Der Nachmittag war frei in den Familien.

Am letzten Tag gab es sportliche Spiele. Zum einen bekam man eine Einführung mit anschließendem Spiel in den Sportart Rugby. Diese ist in Frankreich sehr verbreitet und beliebt. Zum anderen haben wir kooperative Spiele gespielt, bei denen man die Teamfähigkeit ausbauen konnte. Nach einem Mittagessen in der Mensa der Schule gab es ein spannendes Fußballspiel mit gemischten Teams (deutsche und französische Schüler gemischt). Es spielte der „Olympique Baguettes Allemandes“ gegen den „F.C. Bretzel“. Die Stimmung bei den Zuschauern war gut, es gab sogar einen Pokal, den man gewinnen konnte. Sieger mit 4:3 war der „F.C. Bretzel“. Abschließend haben wir noch an einer Stadtrallye in der Altstadt von Castres mitgemacht. Man musste anhand von einer Karte und Bildern Orte in Castres finden und ein Rätsel lösen. Um die gemeinsame Zeit zu beenden, gab es am Abend in der Schule ein Abschiedsessen mit allen Familien und Lehrern. So wurde der Austausch mit vielen schönen Erinnerungen, Erfahrungen und tollen Erlebnissen beendet.

Der Abschied am nächsten Morgen fiel einigen Schülern und Lehrern schwer. Alles in allem ist der Austausch eine bereichernde Erfahrung und tolle Tradition, die hoffentlich erhalten bleibt und kommenden Jahrgängen ebenso viel Freude bereiten wird wie uns, vielen Dank!

Text: Klara und Carlo

Fotos: S. Lück und E. Stalder

Kategorien: Austausch